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Lifestyle

Solo-Städtetrip nach Lissabon, Pastéis de Nata inklusive

20.07.2026
13 Min read
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© Julia Kainrath

Alleine verreisen? Noch vor ein paar Jahren hätte ich wahrscheinlich den Kopf geschüttelt. Was, wenn mir langweilig wird? Was, wenn ich mich beim Essen ohne Begleitung komisch fühle? (Real Story – Italienische Restaurants sind nicht so daran gewöhnt, wenn man einen table for one möchte.) Oder was, wenn ich mich ständig frage, mit wem ich die neuen Erfahrungen und Eindrücke teilen soll? Heute weiß ich: Ein Solo-Städtetrip ist nicht nur eine Reise in eine neue Stadt, sondern auch ein bisschen eine Reise zu sich selbst. ❣️

So kam es also, dass ich im Zuge meiner Reise nach Madeira noch ein paar Tage in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon dranhängte. Alleine. Denn für junge Menschen ist diese Stadt oft in aller Munde. Vielleicht liegt es an den bunten Häuserfassaden, die sich über die sieben Hügel ziehen. Oder vielleicht an den nostalgischen gelben Straßenbahnen, die sich quietschend durch enge Gassen schlängeln. Aber vielleicht auch einfach daran, dass Lissabon diese besondere Mischung aus Großstadt und Gelassenheit besitzt. Hier scheint niemand ständig in Eile zu sein. Selbst der Kaffee wird mit einer Ruhe getrunken, von der wir uns zuhause manchmal eine Scheibe abschneiden könnten. ☕️

Mein Solo-Städtetrip dauerte nur drei Tage – und trotzdem hatte ich das Gefühl, in eine völlig andere Welt einzutauchen. Eine Welt voller Azulejos, Fado-Musik, steiler Gassen, tollem Essen und überraschend vieler Höhenmeter. Wer behauptet, man müsse in Lissabon kein Beintraining machen, war definitiv noch nicht dort. 😄

Warum gerade ein Solo-Städtetrip nach Lissabon?

Ein Weekend-Getaway in eine neue Stadt ist immer eine gute Idee, ein kurzes Entkommen aus dem Alltag und meist voll mit neuer Inspiration für Zuhause. Neue Kulturen entdecken, mich durch lokale Spezialitäten probieren und einfach stundenlang durch unbekannte Straßen spazieren – genau das ist für mich Erholung. Und oft macht es auch die Abwechslung. Während man auf Reisen oft viele Orte auf einmal erkunden will und viel Abenteuer dahinter steckt, ist die Zeit in einer neuen Stadt immer etwas buntes Neues. 🦩

Lissabon wirkt unglaublich offen und herzlich. Natürlich sollte man – wie in jeder Großstadt – auf seine Wertsachen achten, besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an stark besuchten Plätzen. Mit gesundem Menschenverstand und etwas Aufmerksamkeit habe ich mich aber zu keiner Zeit unsicher gefühlt. 🙂

Der erste Eindruck – Liebe auf den ersten Hügel

Was ich unterschätzt hatte: Lissabon ist hügelig. Und zwar richtig. Google Maps zeigte oft entspannt zehn Minuten bis zum Hotel an. Was Google allerdings verschweigt: Diese zehn Minuten führten gefühlt senkrecht bergauf. Das sollte man unbedingt bei der Gepäckstückwahl beachten, sowie in der Kleidungs-Planung. Die Straßen und Gehsteige sind, wie man es von südlichen Ländern kennt, nicht immer glatt und genormt, da trifft man schon mal auf ein Loch hier, ein fehlender Stein da. Darum sollte man unbedingt Fokus auf das passende Schuhwerk legen. Denn bergauf geht es sich in bequemen Schuhen einfach gleich mal leichter. 👟

Aber genau diese Hügel machen den Charme der Stadt aus. Hinter jeder Ecke wartet plötzlich ein neuer Aussichtspunkt, eine kleine versteckte Gasse oder ein Café, das aussieht, als wäre es direkt einem Reisemagazin entsprungen. 🌇 Ich habe mir deshalb schnell angewöhnt, einfach ohne großes Ziel loszugehen. Gerade alleine ist das vielleicht anfangs befreiend. Niemand wartet auf einen, niemand möchte weiter, niemand möchte zurück. Und gleichzeitig nimmt auch niemand einem die Entscheidung ab. Wenn mir eine Straße gefiel, blieb ich eben stehen. Wenn ich Lust auf einen Kaffee hatte, setzte ich mich einfach hin. Genau diese Freiheit habe ich an meinem Solo-Trip besonders genossen. Keine Pläne, kein Fokus auf die Uhrzeit, keine Liste.

Pastéis de Nata – Liebe auf den ersten Bissen

Kommen wir zu einem der wichtigsten Programmpunkte meines gesamten Aufenthalts: Essen. Genauer gesagt: Pastéis de Nata. 🥮 Wer nach Lissabon reist und keine Pastéis de Nata probiert, hat meiner Meinung nach definitiv etwas verpasst. Diese kleinen Blätterteigtörtchen mit ihrer cremigen Vanillefüllung sind weit mehr als nur ein Dessert – sie gehören einfach zu Portugal dazu.

Natürlich musste ich direkt am ersten Tag testen, ob der Hype gerechtfertigt ist. Spoiler: Er ist es. Außen knusprig, innen wunderbar cremig und am besten noch leicht warm serviert – dazu eine Prise Zimt und Staubzucker. Mehr braucht es eigentlich nicht, um glücklich zu sein. 😍

Besonders bekannt ist natürlich die Pastéis de Belém-Bäckerei. Dort werden die Originale nach einem streng gehüteten Rezept hergestellt und obwohl sich oft lange Schlangen vor dem Eingang bilden, lohnt sich das Warten absolut. Alleine schon wegen des Dufts, der einem beim Betreten entgegenkommt.

Ich habe während meiner drei Tage allerdings noch einige weitere Pastéis de Nata probiert. Rein aus journalistischen Gründen natürlich. 😉 Irgendjemand musste schließlich herausfinden, wo es die besten gibt. Eines kann ich nach diesem Selbstversuch sagen: Schlechte Pastéis de Nata habe ich in Lissabon eigentlich keine gegessen. Manche waren etwas knuspriger, andere cremiger, einige süßer – aber jede einzelne war ein kleines Stück Portugal. Und das beste daran – auch preislich sind die süßen portugiesischen Stücke vollkommen im Budget.

Solo-Städtetrip – sich einfach treiben lassen

Einer der größten Vorteile bei einem Solo-Städtetrip? Man muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Klingt im ersten Moment vielleicht egoistisch, fühlt sich aber unglaublich befreiend an. 🌿 An meinem zweiten Tag stellte ich mir keinen Wecker. Anstatt eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abzuhaken, schlenderte ich einfach los. Und genau dabei entdeckt man meiner Meinung nach das echte Lissabon. Hinter jeder Ecke wartet eine andere Stimmung. Mal führt eine schmale Gasse vorbei an bunten Häusern, deren Fassaden mit den berühmten Azulejos verziert sind. Dann öffnet sich plötzlich ein kleiner Platz mit schattigen Bäumen, Cafés und Straßenmusiker:innen, die den perfekten Soundtrack für einen Sommertag liefern. 🎶

Miradouros – die schönsten Aussichten über Lissabon. 🌇

Dass Lissabon auf sieben Hügeln erbaut wurde, merkt man ziemlich schnell – meistens an den Waden. 😅 Die gute Nachricht: Jeder Anstieg wird mit einem spektakulären Ausblick belohnt.

Zu meinen absoluten Favoriten gehörte der Miradouro de Santa Luzia. Schon allein der Weg dorthin ist wunderschön. Überall blühende Bougainvillea, kleine Kopfsteinpflastergassen und weiß-blaue Azulejos. Oben angekommen blickt man über die roten Dächer von Alfama bis hin zum glitzernden Tejo. Gerade am Vormittag ist die Stimmung dort besonders ruhig und fast schon magisch.

Nicht weniger beeindruckend fand ich den Miradouro das Portas do Sol. Hier treffen sich Einheimische und Reisende gleichermaßen, um den Blick über das älteste Viertel der Stadt schweifen zu lassen. Mit einem Kaffee in der Hand hätte ich dort wahrscheinlich stundenlang sitzen können. ☕️

Wer den Sonnenuntergang erleben möchte, sollte sich den Miradouro da Senhora do Monte nicht entgehen lassen. Er liegt etwas höher und ist deshalb oft weniger überlaufen. Dafür wird man mit einer Aussicht belohnt, die kaum schöner sein könnte. Solche Momente bleiben einfach im Kopf.

Alfama – das Herz von Lissabon

Wenn mich jemand fragen würde, welcher Stadtteil mich am meisten begeistert hat, müsste ich nicht lange überlegen: Alfama. Dieses Viertel fühlt sich an wie ein kleines Labyrinth. Schmale Gassen, Wäscheleinen zwischen den Häusern, kleine Balkone voller Blumen und überall diese besondere Mischung aus Geschichte und Alltag. Hier lebt Lissabon. 💚

Ich habe mich bewusst treiben lassen und irgendwann aufgehört, ständig auf Google Maps zu schauen. Ehrlich gesagt war das sogar die beste Entscheidung. Denn genau so bin ich an winzigen Cafés, kleinen Kunstgalerien und versteckten Innenhöfen vorbeigekommen, die ich sonst wahrscheinlich nie entdeckt hätte. An fast jeder Ecke hörte man irgendwo Fado-Musik. Diese melancholischen Klänge passen perfekt zu den verwinkelten Gassen und verleihen Alfama eine ganz besondere Atmosphäre. Selbst wenn man kein Portugiesisch versteht, spürt man sofort die Emotionen, die in dieser Musik stecken. 🎶

Die berühmte Tram 28

Ja, sie ist touristisch. Und ja, meist muss man etwas Geduld mitbringen. Aber trotzdem würde ich jederzeit wieder mit der berühmten Tram 28 fahren. 🚃 Allein das Einsteigen fühlt sich ein bisschen wie eine kleine Zeitreise an. Die historischen gelben Wägen quietschen durch enge Straßen, vorbei an alten Häusern, kleinen Geschäften und steilen Gassen. Man bekommt einen wunderbaren ersten Eindruck von der Stadt und kommt an vielen der bekanntesten Sehenswürdigkeiten vorbei.

Ein kleiner Tipp: Wer die Möglichkeit hat, sollte möglichst früh morgens einsteigen. Später bilden sich oft lange Warteschlangen und die Wägen werden ziemlich voll. Gerade als Alleinreisende fand ich den frühen Start perfekt. Die Straßen waren noch ruhig, das Licht wunderschön und die Fahrt deutlich entspannter. 🌞

Lissabon schmeckt nach mehr als nur Pastéis de Nata

So sehr ich die kleinen Blätterteigtörtchen liebe – Lissabon hat kulinarisch noch deutlich mehr zu bieten. Was mir sofort aufgefallen ist: Essen scheint hier unglaublich gesellig zu sein. Die Restaurants füllen sich erst am Abend so richtig und überall sitzen Menschen zusammen, lachen, teilen Gerichte und genießen einfach den Moment. 🍅

Ich habe mich bewusst getraut, auch alleine essen zu gehen. Ehrlich gesagt war ich anfangs etwas nervös. Doch diese Nervosität war völlig unbegründet. Niemand schaut komisch, niemand bewertet einen. Im Gegenteil. Oft wurde ich besonders freundlich empfangen und bekam sogar Empfehlungen, welche Gerichte ich unbedingt probieren sollte. Besonders begeistert hat mich frischer Fisch. Ob gegrillte Sardinen, Bacalhau oder Oktopus – wer Meeresfrüchte mag, kommt in Lissabon voll auf seine Kosten. Dazu ein Glas portugiesischer Wein und der Abend ist eigentlich perfekt. 🍷

Mindestens genauso schön fand ich aber die kleinen Cafés, in denen man sich zwischendurch einfach einen Galão – den portugiesischen Milchkaffee – bestellt und das Leben beobachtet. Genau diese Pausen gehören für mich inzwischen genauso zu einer Reise wie Sehenswürdigkeiten. ☕

Drei Tage Solo-Städtetrip – reicht das überhaupt?

Diese Frage habe ich mir vor der Reise selbst gestellt. Nach meinem Aufenthalt würde ich sagen: Ja und nein. Ja, weil man in drei Tagen unglaublich viele Eindrücke sammeln kann und einen wunderbaren ersten Eindruck von Lissabon bekommt. Nein, weil die Stadt es schafft, dass man schon am Abreisetag wieder zurückkommen möchte und es sehr viel zu entdecken gibt. Es gibt noch so viele Viertel, Restaurants, Aussichtspunkte und kleine Gassen, die ich gerne entdeckt hätte. Genau deshalb ist Lissabon für mich keine Stadt, die man einmal besucht und dann abhakt. Sie gehört für mich zu den Orten, zu denen ich jederzeit wieder zurückkehren würde. ✈️

Meine liebsten Insider-Tipps für drei Tage in Lissabon

Nach drei Tagen hatte ich zwar nicht das Gefühl, Lissabon komplett zu kennen – dafür ist die Stadt einfach viel zu vielseitig. Trotzdem habe ich ein paar Dinge entdeckt, die ich beim nächsten Besuch ganz genauso wieder machen würde.

Mein erster Tipp: Lasst euch Zeit.

Ich weiß, wie verlockend es ist, vor einem Solo-Städtetrip Listen mit „30 Sehenswürdigkeiten in 48 Stunden“ zu erstellen. Ich mache das selbst manchmal. 😄 Aber Lissabon ist für mich keine Stadt, die man im Eiltempo erleben sollte. Der eigentliche Zauber liegt oft genau zwischen den Sehenswürdigkeiten. In den kleinen Gassen, in denen plötzlich Wäsche über den Straßen hängt. In den winzigen Läden, die aussehen, als hätte sich dort seit Jahrzehnten nichts verändert. Oder in den Momenten, in denen man einfach mit einem Kaffee auf einer Bank sitzt und das Leben beobachtet.

Mein zweiter Tipp: Tragt bequeme Schuhe.

Ich weiß, sie sind nicht immer die fotogenste Wahl. Aber glaubt mir – eure Füße werden es euch danken. 😅 Die Kombination aus Kopfsteinpflaster, steilen Gassen und vielen Treppen ist wunderschön, aber durchaus anspruchsvoll. Nach meinem ersten Tag war ich froh, dass ich auf Sneaker statt auf Sandalen gesetzt hatte.

Außerdem lohnt es sich, früh aufzustehen. Nicht nur wegen der angenehmeren Temperaturen, sondern auch, weil viele Aussichtspunkte am Morgen noch wunderbar ruhig sind. Gerade der Miradouro de Santa Luzia hat in den frühen Stunden eine fast magische Atmosphäre. Die Stadt wacht langsam auf, die Cafés öffnen ihre Türen und man hat das Gefühl, Lissabon für einen kurzen Moment ganz für sich allein zu haben. 🌅

Allein reisen – ein Solo-Städtetrip ist immer eine gute Idee

Wenn ich heute auf meinen Solo-Städtetrip zurückblicke, denke ich gar nicht zuerst an Sehenswürdigkeiten oder Fotos. Ich denke an das Gefühl. 💛 An diese Freiheit, keine Kompromisse eingehen, keine Diskussion führen, ob wir noch ein Museum besuchen oder lieber etwas essen gehen. Wenn ich Lust auf einen zweiten Kaffee hatte, habe ich mir einen zweiten Kaffee bestellt. Wenn mir eine Gasse gefallen hat, bin ich einfach hineingelaufen. Und wenn ich zwanzig Minuten auf einem Aussichtspunkt sitzen wollte, dann habe ich genau das gemacht.

Alleine zu reisen bedeutet nicht, einsam zu sein. Ganz im Gegenteil.

Natürlich gab es auch Momente, in denen ich dachte: „Diesen Sonnenuntergang würde ich jetzt gerne mit jemandem teilen.“ Aber gleichzeitig waren genau diese Augenblicke unglaublich wertvoll, weil ich sie ganz bewusst erlebt habe – ohne Ablenkung, ohne aufs Handy zu schauen und ohne ständig Fotos machen zu müssen. Ich glaube, ein Solo-Städtetrip lehrt einen vor allem eines: Dass man sich selbst manchmal die beste Reisebegleitung sein kann. 😎

Mein persönliches Fazit

Lissabon hat mich nicht nur als Reiseziel begeistert, sondern auch darin bestärkt, öfter alleine zu verreisen. Die Stadt ist offen, herzlich und unglaublich vielseitig. Zwischen historischen Straßenbahnen, bunten Azulejos, verwinkelten Gassen und spektakulären Aussichtspunkten gibt es an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken. Gleichzeitig lädt Lissabon dazu ein, einfach einmal langsamer zu werden und den Moment zu genießen. 🌞

Mein Tipp für alle, die mit dem Gedanken spielen, alleine zu verreisen: Traut euch. Es braucht vielleicht ein kleines bisschen Mut, aber man bekommt unglaublich viel dafür zurück. Freiheit, Selbstvertrauen und Erinnerungen, die einem niemand mehr nehmen kann. 💪 Und manchmal ist ein Solo-Städtetrip auch einfach genau die richtige Ruhe vor dem Alltagstrubel.

Und falls ihr euch fragt, wie viele Pastéis de Nata man in drei Tagen essen kann… Die Antwort lautet: Mehr, als ich ursprünglich geplant hatte. Und ich bereue keinen einzigen davon. 😄

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